Eintrag 63721. März 1853 Der Vorsitzende trägt vor, daß Gebr. Mauritz die durch
Beschluß vom 23. August vorigen Jahres für den Lagerplatz Nr. 406
des städtischen Atlas festgesetzte jährliche Pacht von 10 Thl.
zu hoch befunden, und sich aus diesem Grunde auf
die Anpachtung nicht eingelassen haben....
Eintrag 63821. März 1853 Gemeinderath erklärte sich damit einverstanden,
daß der Prozeß mit dem AckererHeinrich Wierzzu
Speck wegen Entschädigung für verdorbene Bäume
beim Ausbau des Neuß-Bergheimer Communal-
weges in der Weise ausgeglichen werden, daß
dem p Wiertz eine Entschädigung von 25 Thl gezahlt
worden ist, an welcher der UnternehmerLemmer15 Thl beigetragen habe, und daß jeder
prozeß-
führende Theil seine veranlaßten Kosten trage. a. u. s....
Eintrag 63921. März 1853 Gegen die am 26. Februar d. J. Statt gehabte
Verpachtung verschiedener Hospital-Grundstücke zum
jährlichen Pachtzinse von 376 Thlr. 25 Sgr. excl. 4 Sgr pro
Thaler an Steuer-Vergütung, wurde Nichts zu erinnern
gefunden, nur sei bei den auswärts gelegenen
Grundstücken die besondre Bedingung in
Anwendung zu bringen, daß für den Fall,
daß Verpächter die Stücke während der Pachtzeit
verkaufen sollte, das Pachtverhältniß nach einer
halbjährigen Kündigung aufhöre, und Anpächterdie Pacht des letzten Jahres nicht mehr
zu
entrichten brauchen. a. u. s....
Eintrag 64021. März 1853 Vorgetragen wurde, daß die zwischen dem provisorischen
Comite zu Cöln und der Staats-Regierung geführte Verhandlungen wegen Ausbauung einer
Eisenbahn von Crefeld über
Neuss nach Cöln zu dem Ergebniß gediehen seien, daß
Seitens des Mnisteriums für Handel, Gewerbe und öffent-
liche Arbeiten gegen die Ausführung dieser Bahn nichts
zu erinnern gefunden wird, wenn von dem betreffenden
Comite die erforderlichen Mittel bereit gestellt werden,
und dasselbe auf die Bedingung eingeht, daß die
Ausführung und spätere Verwaltung der Bahn ohne alle
Zinsgarantie des Staates an die Direction der Aachen-
Düsseldorf-Ruhrorter Eisenbahn übergehe.
Um unter so gestellten Bedingungen die nöthigen
Actienzeichnungen zu Stande zu bringen, erscheine es
wünschenswerth, daß vorerst dargethan werde, ob und
in welcher Weise diejenigen Gemeinden, in deren wesent-
lichen Interesse der Ausbau der Bahn liegt, ein
Opfer zu bringen bereit sind, weil hierdurch das Unter-
nehmen nach Umständen sich eher als ein für die Actionaire
lucratives [?] darstelle, und demnach auch die Actien-
zeichnungen erleichtert werden. Gemeinderath sprach bei der über die Sache eröffneten
Diskussion die Ansicht aus, daß allerdings bei einem
Unternehmen, das, wie das vorliegende für die Stadt
von so großer Wichtigkeit sei, dieselbe ein billiges Opfer
im Verhältnisse der Zuerkennungen der andern interessirten
Gemeinden nicht scheuen dürfe, weshalb derselbe zu einer
desfallsigen Bewilligung sich bereit erklärte. Der
vorsitzende Bürgermeister wird demnach ersucht, sich
über den Gegenstand mit dem Gemeinde-Vorstande von
Crefeld in Vernehmen zu setzen, resp. mit demselben
gemeinschaftlich zu berathen, ob die Beihülfe etwa in
einem festen Zuschusse zu den Kosten der Terrain-
Erwerbung oder in Actienzeichnungen resp. bis zu
welchem Belange zu leisten wäre. a. u. s....