Band 49: Eintrag vom  21. März 1853 (Nr. 640)

Eintragsübersicht (Band, Sitzung)

Transkription

 

Vorgetragen wurde, daß die zwischen dem provisorischen Comite zu Cöln und der Staats-Regierung geführte

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Verhandlungen wegen Ausbauung einer Eisenbahn von Crefeld über Neuss nach Cöln zu dem Ergebniß gediehen seien, daß Seitens des Mnisteriums für Handel, Gewerbe und öffent- liche Arbeiten gegen die Ausführung dieser Bahn nichts zu erinnern gefunden wird, wenn von dem betreffenden Comite die erforderlichen Mittel bereit gestellt werden, und dasselbe auf die Bedingung eingeht, daß die Ausführung und spätere Verwaltung der Bahn ohne alle Zinsgarantie des Staates an die Direction der Aachen- Düsseldorf-Ruhrorter Eisenbahn übergehe.

Um unter so gestellten Bedingungen die nöthigen Actienzeichnungen zu Stande zu bringen, erscheine es wünschenswerth, daß vorerst dargethan werde, ob und in welcher Weise diejenigen Gemeinden, in deren wesent- lichen Interesse der Ausbau der Bahn liegt, ein Opfer zu bringen bereit sind, weil hierdurch das Unter- nehmen nach Umständen sich eher als ein für die Actionaire lucratives [?] darstelle, und demnach auch die Actien- zeichnungen erleichtert werden.

Gemeinderath sprach bei der über die Sache eröffneten Diskussion die Ansicht aus, daß allerdings bei einem Unternehmen, das, wie das vorliegende für die Stadt von so großer Wichtigkeit sei, dieselbe ein billiges Opfer im Verhältnisse der Zuerkennungen der andern interessirten Gemeinden nicht scheuen dürfe, weshalb derselbe zu einer desfallsigen Bewilligung sich bereit erklärte. Der vorsitzende Bürgermeister wird demnach ersucht, sich über den Gegenstand mit dem Gemeinde-Vorstande von Crefeld in Vernehmen zu setzen, resp. mit demselben gemeinschaftlich zu berathen, ob die Beihülfe etwa in einem festen Zuschusse zu den Kosten der Terrain- Erwerbung oder in Actienzeichnungen resp. bis zu welchem Belange zu leisten wäre.

a. u. s.