Eintrag 67130. Mai 1853 Gemeinderath genehmigt den am 27. Mai d. J.Statt gehabten Verkauf des diesjährigen
Kleegewächses
auf zwei Parzellen der Laache vor dem Rheinthorezum Betrage von 14 Thlr. 15 Sgr. a.
u. s....
Eintrag 67230. Mai 1853 Eine Mittheilung des Gymnasial-Curatoriumsvom 19. Mai C. wird vorgelesen, wornach
dasselbe
die Billigkeit erkennt, daß die Gymnasial-Kassebei sich ergebenden Überschüssen zu
dem Pensions-
fonds der Gymnasiallehrer einen angemessenen
Zuschuß leiste, über dessen Höhe es sich indessen erst
nach der Rechnungslage des laufenden Jahres
aussprechen könne. Das Curatorium werde die
Sache seiner Zeit in nähere Berathung nehmen und
darüber weitere Mittheilung machen. a. u. s....
Eintrag 67330. Mai 1853 Nachdem der Gemeinde-Kasse an Überschuß aus dem
zu den Veranlagungskosten bestimmten 4ten Prozent
der Hebegebühren der Klassensteuer pro 1852 ein
Betrag von 38 Thl 4 Sgr. überwiesen worden, und Königl.
Regierung es billig findet, daß solcher dem Gemeinde-
vorstand, welcher die Veranlagung der Klassensteuer
und Aufstellung der Klassensteuer-Rolle besorgt
habe, als eine mäßige Renumeration für die
ausgeführte Arbeit zuerkannt werde, beschließt Gemeinde-
rath, den Überschuß aus dem 4ten Prozente der
Klassensteuer-Hebegebühren nach Abzug etwaiger
aus der Gemeinde-Kasse bestrittenen baaren
Auslagen dem Bürgermeister behufs beliebiger
Verwendung zu überweisen. a. u. s....
Eintrag 67430. Mai 1853 Die betreffende gemeinderäthliche Commission berichtete
heute über den von der Hospital-Verwaltung eingereichten Antrag, daß die Lokalitäten
des Bürgerhospitals, welche
bei der gestiegenen Bevölkerung desselben nicht mehr
hinreichende Räumlichkeiten darbieten, namentlich
aber die erforderlichen Zimmer zur Aufnahme epidemischer
Kranken vermissen lassen, durch den Anbau von Flügeln
erweitert werden mögen.
Die Nothwendigkeit zur Beschaffung von mehr Räumen
für das Bürgerhospital wurde allseitig anerkannt;
über die Art und Weise, wie diese Räume disponibel
zu machen, war man sich indessen nicht einig. - Von
der einen Seite wurde hervorgehoben, daß auf dem
Oekonomie-Gebäude des Hospitals mit verhältnismäßig
geringen Kosten sich noch zehn Gelasse einrichten ließen,
die recht geeignet sein dürften, die dürftigen Irren
und epileptischen Personen aufzunehmen, im äußersten
Falle aber auf theilweise zur Aufnahme von Personen mit
ansteckenden Krankheiten dienen könnten. Sei hier
mit dem Bedürfnisse noch nicht abgeholfen, so wäre
weiter in Erwägung zu ziehen, ob die Oekonomie beim
Hospitale nicht etwa ganz aufzuheben oder ein anderes
Lokal dafür bereit zu stellen sei, damit event. das
ganze Oekonomie-Gebäude zu Krankenzimmern einge-
richtet werde. Auf diese Weise wäre für größere Räum-
lichkeit gesorgt, ohne daß die Gemeinde zu der 5 bis 6 000 Thl
kostenden Ausführung eines Flügels übergehe, was später
noch immerhin geschehen könne. Überdies müsse auch
noch berücksichtigt werden, daß Krätz- und Syphilis-
Kranke nach wie vor in den Krankenzimmern in
der Spulengasse verpflegt werden könnten, und das Be-
dürfniß zur Bereitstellung von neuen Lokalen für
dergleichen Kranken also nicht wohl vorliege. Auf
der andern Seite wurde dagegen geltend gemacht,
daß mit der Einrichtung von Krankenzimmern in
dem Oekonomie-Gebäude, dem Bedürfnisse nach
keineswegs abgeholfen wäre, indem dadurch nur
die nöthigen Lokalitäten zur Aufbewahrung der Irren
und epileptischen Personen, welche jetzt in unzweck-
mäßiger Weise bei den andern Hospitaliten unter-
gebracht sind, beschafft sein würden. An Räumlichkei-
ten zur Sonderung und Verpflegung epidemischer Kranken
bliebe aber bei dieser Einrichtung gleichsam gänzlicher
Mangel, und es würde bei dem Ausbruch von anstecken-
den Krankheiten als: Cholera, Nervenfieber, Pocken p
die nämliche Verlegenheit entstehen, wie sie jetzt
der Behörde fortwährend bereitet sei. Da nun das
Oekonomie-Gebäude sowohl als das Hospital-Gebäudeohne die bei einem Krankenhause nöthigen
Abtritte und ohne Keller sind, der Keller unter dem alten kleinen
Hospitalgebäude aber dumpf und namentlich für Kartoffeln
gar nicht geeignet, überhaupt aber durchaus unzulänglich ist,
so wäre bei neuen baulichen Einrichtungen auf möglichste
Abhilfe dergleichen Übelstände bedacht zu nehmen, was jedoch
bei der Ausbauung des Oekonomie-Gebäudes nicht möglich.
Von dieser Seite wurde daher die Ausführung eines neuen
Flügels mit Keller ebenso zweckmäßig als nothwendig
gehalten. Die Unterbringung der Irren und epileptischen
Personen können hierbei in der Weise geschehen, daß die weib-
lichen Kranken in dem untern Theile des neuen Flügels
und die männlichen Kranken in den herzustellenden
Zimmern des Oekonomie-Gebäudes aufgenommen
werden.
darüber einzuholen, ob mit der baulichen Einrichtung
Bei den divergienden Ansichten des Gemeinderathes wurde,
nachdem noch für das eine wie das andre Project Motive
entwickelt worden, vorläufig beschlossen, ein Gutachten des
Herrn Kreis-Physikus und des Herrn Kreis-Wundarztesdarüber einzuhohen, ob mit der
baulichen Einrichtung
des Oekonomie-Gebäudes dem augenblicklichen Bedürfnisse
entsprochen, oder ob die Ausführung eines neuen Hospital-
Flügels unvermeidlich wäre. a. u. s....