Band 75: Eintrag vom  14. Dezember 1926 (Nr. 374)

Eintragsübersicht (Band, Sitzung)

Transkription

 
Entschließung der Parteien.

Die Fraktionen des Zentrums, der deutschen Volks- partei, der Sozialisten und der deutschnationalen Volks- partei und der deutsch-demokratischen Partei spre- chen der Verwaltung, insbesondere dem Herrn Oberbürgermeister und allen an den Verhandlungen mit Düsseldorf Beteiligten ihre Anerkennung und ihren Dank aus. Sie erkennen an, daß das Bestreben, zwischen Düsseldorfund Neuss anstelle gespannter Beziehung eine vertrauensvollere Atmosphäre zu schaffen, im Interesse beider Städte liegt. Sie sind der Überzeugung, daß bei den Verhandlun- gen dem Regierungs-Präsidenten als Ver- handlungsleiter, dem ganz besonderer Dank für seine Initiative und Verhandlungsführung gebührt, alles geschehen ist, die Interessen der Stadt Neuss nachdrücklich und mit Erfolg zu vertreten. Sie sind aber auch der Überzeugung, daß nunmehr eine loyale, auf Vertrauen und gegenseitigem Verständ- nis aufgebaute Arbeit Platz greifen muß, die nicht wieder durch etwaige Rückschläge gestört werden darf. Deshalb billigen sie die heute vor- gelegten Beschlüsse, geben aber der Hoffnung Aus- druck, daß nunmehr, nach grundsätzlicher Genehmi- gung der neuen Brücke, eine leichte Verständi- gung in allen noch offenen und schwebenden Vertragsfragen im Hafen, der Straßenbahn, der finanziellen Brückenbeteiligung, der Abgrenzung der gegenseitigen Interessensphären der Städte Neuss - Düsseldorf erzielt wird.

Dabei legen sie Wert darauf zu betonen, daß möglichst alle ausstehenden Regelungen schriftliche Formulierung finden und der Stadtverordnetenver- sammlung zur letzten bindenden Beschlußfassung vorgelegt werden. Insbesondere betonen sie, daß sie Rücksichtnahme auf die finanzielle Leistungs- fähigkeit der Stadt Neuss erwarten, auch dort, wo vielleicht in den Vorverhandlungen der Anschein einer größeren Leistungsfähigkeit erweckt sein könnte. Für Neuss ist die Frage des Brückenbaus

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mit so vielen, kommunal-politisch schweren, in Kürze zu lösenden, praktischen Aufgaben verknüpft, es sei nur an die Umorientierung des gesamten Verkehres mit ihren Folgen erinnert, daß die Opferwilligkeit in dieser Frage nicht an der direkten Beitragsleistung zur Brücke abgemessen werden kann.

Die Fraktionen stellen sich hinter die Verwaltung in ihrem Bestreben, bei aller Bereitwilligkeit an der Brücke mitzutun, genau wie es in Düsseldorf geschieht, auch für Neuss für die Erstarkung des wirtschaftlichen Lebens, der Industrie, des Hafens und hinsichtlich der Abnahme der Erwerbslosigkeit unter ihren Bürgern bei dieser Ge- legenheit das prozentual Gleiche wie Düsseldorf zu er- zielen.